WAX Konscht-Millen Péiteng

« bittet gehorsamst, das Bordell besuchen zu dürfen »

Mittwoch 16. September 2015 um 20.00.
Vortrag von Dr. Kathrin Mess:
« … bittet gehorsamst, das Bordell besuchen zu dürfen » – Sexuelle Gewalt an weiblichen Gefangenen in NS-Konzentrationslagern.
 
 WAX Konscht-Millen, Centre WAX, Saal « um Spaicher », 2, rue d’Athus in Petingen
Der Eintritt ist frei und kostenlos.

Angesichts der permanenten Gewalt in NS-Lagern wurde das Thema der “Sexuellen Gewalt an weiblichen Häftlingen” in vielen
wissenschaftlichen Untersuchungen ignoriert oder nur am Rande erwähnt.

Weibliche Häftlinge waren jedoch aufgrund ihrer Geschlechterzugehörigkeit in besonderem Maße Opfer von Gewalt und Erniedrigung. Sexuelle Übergriffe erfolgten in vielen Fällen bereits bei der Inhaftierung und Aufnahmeprozedur im Lager.

Zahlreiche Frauen wurden Opfer von sexueller Gewalt durch SS-Angehörige oder wurden, in den als “Sonderbauten” bezeichneten Lagerbordellen, zur Prostitution gezwungen.schutzhaftlager-bordellbesuchsschein

In ihrem Vortrag thematisiert die Historikerin Dr. Kathrin Meß aus Saarburg, die verschiedenen Aspekte sexueller Gewalterfahrung
weiblicher Häftlinge in NS-Konzentrationslagern.

Einen besonderen Schwerpunkt legt sie dabei auf die Situation der zur Sexarbeit gezwungenen Frauen, die auch nach 1945 weiterhin stigmatisiert und von Entschädigungszahlungen ausgeschlossen wurden.

In diesem Kontext behandelt der Vortrag die folgenden Themen :
  • Wie ist der Stand der Forschung zum Thema « Prostitution in NS-Konzentrationslagern?
  • Wie kam es überhaupt zu diesen Bordellen und war Prostitution nicht eigentlich verboten im nationalsozialistischen Deutschland?
  • Wie und wo wurden die weiblichen Häftinge ausgesucht?
  • Was waren das für Frauen?
  • Wie erlebten sie diese Tortur?
  • Wie erging es den Frauen nach 1945?

 

Die Historikerin und Germanistin  Kathrin Mess wurde 1965 an der Ostseeküse in der damaligen DDR geboren und wuchs dort auf.

Kathrin Mess ist Absolventin der Fächer Germanistik, Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie der Karl-Marx-Universität Leipzig, derKathrin Mess

Humbold-Universität Berlin und der Technischen Universität Berlin.

2006 promovierte sie zum Dr. phil. im Fach Geschichte und Kulturwissenschaft an der Europa Universität „Viadrina“ in Frankfurt/Oder.
Sie ist Dozentin für Geschichte und Soziale Arbeit an der Universität Luxemburg und tätig in der Luxemburger Lehrerfortbildung.
Seit 2008 erarbeitet sie als Kuratorin diverse historische Ausstellungen u.a. zu denThemen « Frauen in NS-Konzentrationslagern », « Geschichte der NS-Konzentrationslager und Resistenzbewegungen ».
Kathrin Mess hat 2014 zusammen mit Luxemburger Kollegen ein Institut für Geschichte und Soziale Arbeit gegründet.
Ehrenamtliches Engagement: Gründungs- und Vorstandsmitglied des Freundeskreises Resistenz Museum Esch-sur-Alzette, Mitglied im Vorstand des Fördervereins der KZ-Gedenkstätte Hinzert.